Wochenlehrgang 1 auf dem Herzogenhorn, vom 04.-11.2009, mit Bundestrainer Karl Köppel

Um das Leistungszentrum Herzogenhorn zu erreichen, muss man die Hauptstraße in Feldberg Hebelhof verlassen und noch ca. 200 Höhenmeter über einen sich mäanderförmig durch den Schwarzwald schlängelnden Feldweg bezwingen. Am Ende angekommen - nach elfstündiger Autofahrt - sind wir uns einig: dieser einsame Ort ist prädestiniert, um sich eine Woche mit Aikido auseinander zu setzen. Insgesamt sind 42 Aikidokas der Einladung gefolgt, 10 davon aus Hamburg bzw. Schleswig Holstein. Dies liegt wahrscheinlich nicht nur an der schönen Lage, sondern vielmehr auch an dem Lehrer, Karl Köppel, der sein außergewöhnliches Können in gewohnt bescheidener Weise zum Besten gab, aber mehr dazu später.

 

Nach Erledigung der den üblichen Anreiseformalitäten am Samstag wie Zimmervergabe und Einsammeln der Pässe gab es nach dem Abendessen um 19:30 Uhr die erste lockere Trainingseinheit mit dem Jo. Nach dem Aufwärmen und ersten Bewegungen mit dem Jo sowie Schlagtechniken fügte Karl alle Übungen zu einem Wechselspiel von Angriff und Verteidigung zusammen. Da die Trainingseinheit abends leider nur eine Stunde dauert waren die Übungen schnell vorüber.

Auf der Terrasse des Baden Württenbergischen Leistungszentrums konnten wir den Abend bei Rothaus Tannenzäpfle und anderen lokalen Besonderheiten ausklingen lassen. Schön war, dass wir einige Bekannte von der Trainerausbildung in Frankfurt vom letzten Jahr wieder trafen.

Am Sonntag, nach dem leckeren Frühstück mit allem was man so braucht, begonnen wir den Tag mit einer ersten, langen Trainingseinheit, 9:30 bis 11:15 Uhr: die Themen waren Ude-Osae und Shiho-Nage, sowie verschiedene Sabaki Übungen.Alfred und Werner

Karl zeigte, wie wichtig die Führung und Kontrolle des Ellenbogens während der gesamten Ausführung der Technik ist, egal ob Irimi oder Tenkan. Dies gilt auch für alle weiteren Hebeltechniken, nicht nur für Ude-Osae. Der Unterschied ist nur, dass der Ellenbogen nicht immer direkt gefasst wird, wie zum Beispiel beim Kote-hineri: die Übertragung der Führung auf den Ellenbogen entsteht über die Verheblung der Hand, geführt wird aber weiterhin der Ellenbogen. Dies ist auch wichtig bei der Kata, denn hier muss klar ersichtlich sein, das Nage seinen Uke immer unter Kontrolle hat, und dies gelingt eben nur durch permanente Führung und Kontrolle des Ellenbogen.Karl in Aktion

Am Nachmittag, in der Zeit von 15:45 bis 17:15 Uhr haben wir uns mit Sumi-otoshi und Ude-Nobashi beschäftigt. Sumi-otoshi sieht bei Karl so leicht und einfach aus, egal in welcher Ausführung und mit welchem Uke, egal wohin Uke fällt. In der Tat ist dies aber eine sehr schwierige Technik, die ein bestens abgestimmtes Timing und präzisen Einsatz des Zentrums erfordert. Eine Form, die ich schon von einem anderen Lehrgang mit Karl kannte, war die Ausführung gegen Shome-tsuki:

Nage weicht dem Schlag leicht in die offene Seite aus, greif Ukes Schlagarm mit der einen und mit der anderen Hand seinen Revers. Jetzt dreht sich Nage mit einem Ashi-sabaki einfach weg und kniet dabei ab, Uke fliegt wahlweise frei oder man lässt ihn rollen. Eine schön kurze und wirkungsvolle Technik!

 Abends wurde auch gerockt!

Die letzte Einheit, 19:30 bis 20:30, wurde immer mit Kata (ja nach Graduierung erste, zweite oder   dritte) verbracht. Karl zeigt bei der ersten Kata, dass auch hier eine gewissen Dynamik hineingebracht werden kann und sollte: dies wird erreicht durch Tempi Wechsel in den Techniken bei der Anfangs- und Endphase. Die Kata muss keinesfalls in monotoner, gleich bleibender Geschwindigkeit durchgeführt werden.

 

Im Verlauf der Woche haben wir uns bei drei Trainingseinheiten noch mit verschiedenen Techniken mit und ohne Jo beschäftigt, z.B.:

  • Koshi-nage gegen Yokomen-uchi ohne Uke zu greifen, sondern durch gezielten Einsatz der Hüfte und des Zentrums
  • Ude-oase gegen „doppel mune-tori“, Uke greift also mit beiden Händen rechts und links Nages Revers
  • Verkettung aller Bodenhebel (erste bis fünfte Form) ohne Uke dabei los zulassen
  • Irimi-nage, Ude-kime-osae und Koshi-nage mit und ohne Jo
  • dreizehner Stab Kata 
und andere. 

Der Lehrgang hat mir sehr gut gefallen. Karls in sich schlüssiges Konzept der Vermittlung der Techniken und Prinzipien des Aikidos lässt alles so leicht, klar und einfach erscheinen, beim Zuschauen jedenfalls.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, ich werde mit Sicherheit wieder dabei sein!

Christian Mahnke

 

 

 

 

 

 

 

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